Die Kinder der kleinen Freiheit - Jahrgang 1944 - 1946
Die Kinder der kleinen Freiheit - Jahrgang 1944 - 1946
Die Kinder der Pestalozzi-Schule-Hamburg Jahrgang 1944 - 1946
 Die Kinder der Pestalozzi-Schule-HamburgJahrgang 1944 - 1946  

Michael Bürger mit Bildern

Hallo Uwe, nicht erschrecken – wird etwas länger

 

gerne komme ich zurück auf dein letztes email:

 

dann mal bitte anbei meine Gedanken zu Altona – meine Heimat, zur Pestalozzi Schule, Schulkameraden, Spielfelder, Umgebung/en  etc.

 

Ein paar Bilder habe ich auch bei gefügt.

 

Also aufgewachsen in Altona in der Unzerstraße (auch verblieben bis 18/19)

 

Zur Schule bin ich in der Thedestraße gegangen (früher auch die Bürgerstraße)

Meine Einschulung war 1961 und ab da sehr Abwechslungsreich.

Bis 1969 habe ich da bestanden (was immer nicht ganz einfach war). Wie dem auch sei, nach sehr vielen Auseinandersetzungen mit

den Lehrern (schulische Noten inbegriffen) haben meine Eltern und ich wohl auch, entschieden die Schule zu wechseln. Komisch war nur, meine Schwester und einer

meiner Brüder hatten das gleiche Problem. Also Richtung Pestalozzi Schule. Bruder und Schwester waren da länger , paar Jahre waren das schon.

Nun gut. Mein Gastspiel in der neuen Schule dauerte allerdings nur gut 11 Monate – also kurz vorm Erreichen des Ziels.

Wenn ich mich gut erinnere war mein Klassenlehrer Herr Ernst (hoffe ich irre mich nicht) – Rektor war aber bestimmt Herr Hirche.

An Frau Iversen kann ich mich nicht erinnern, wohl aber an einem anderen älteren Lehrer – Name weg (Erdkunde oder so)

War schon ganz witzig da, kann mich daran erinnern , dass wir hinten im Schulhof immer über den Zaun gestiegen sind, Richtung Große Freiheit, da war ein Bäcker (in Sachen Brötchen und Girlies).

 

Bis auf den einen Tag, unten im Werkraum. Da war so ein bißchen Terpentin, Farbverdünnung oder ähnliches.

Ich war da mit einem Spezi alleine im Raum. Und im Aufguss eines Wasserhahnes wollte ich mal sehen ob das brennt. Also Farbverdünner in den Ausguss, anzünden und mal sehen.

Die Scheiße fackelte immer mehr und ging Richtung Decke. Gott sei Dank kam der Ernst in den Raum, genau im richtigen Augenblick. Mit Wasser war nichts mehr zu löschen, aber trotzdem haben wir

es geschafft alles unter Kontrolle zu bringen (zu dritt, ich, mein Spezi und der Herr Ernst). Der war saufreundlich, nur am nächsten Tag stand er mit 2 Schülern vor der Tür auf’m Hof: das sind meine

Zeugen, du betrittst die Schule nicht mehr. Sorry, das war’s in Sachen Pestalozzi. Was ihr so mühsam aufgebaut habt, wäre fast katastrophal geendet.

Und vorbei war es mit der höheren Beamtenlaufbahn. Da war ich um die 15 und paar Kekse.

 

Kann mich leider nicht mehr an die Namen einzelner Klassenkameraden erinnern und doch oft vor Augen.

Einer hieß Thomas Spitzner und wohnte weit oben in der Brigittenstraße. Der andere hieß Bethke oder so.

Hatte Klassenaufsicht – gemäß Ernst. Kaum war der Ernst aus der Klasse, hatte ich den Bethke meine Meinung dazu gesagt und schon war die Prügelei im Gange.

War wohl 60% für Bethke und 40% für mich, oder so.

Anschließend haben wir auf dem Schulhof, da waren paar Stufen Richtung Keller, eine gequalmt (Friedenspfeife). Irgendwie hat der Ernst das wohl gesehen, ohne

Wirklich Gesichter gesehen zu haben. Bethke meinte später nur zu Ernst, ich wäre nicht dabei gewesen. Habe ich ihm hoch angerechnet. Würde ich gerne mal wiedersehen

Und ihm das, das zweite Mal persönlich zu sagen.

Und dann war da noch ein Erikstotter (Hans Peter glaube ich).

Der war ein bißchen geistig beinträchtigt, stand in der Pause auf dem Hof und hat heimlich gequalmt. Habe heute noch seine Kippenschachtel vor Augen.

Der wurde immer geärgert, mit, los gib mir ne Kippe. Bis ich mir 2 von denen mal schnappte und ihnen sagte, ich würde ihnen was auf’s auf Maul hauen wenn

Sie ihn nicht zufrieden lassen würden.

Danach war Ruhe und ich hatte einen Kippenlieferanten. Was danach (nach 11 Monaten bei mir) aus ihm geworden ist – keine Ahnung.

War schon ein armes Schwein der Erikstotter.

Und dann war da noch ein Josef gleich Anfang der Bernstoffstraße – so ein kleiner Lustig Gesell.

Vielen bin ich Jahre später noch einmal begegnet. Und das war’s.

 

Rechts neben der Schule waren Wohnungen/Wohnblock – roter Backstein, da wohnte meine erste Freundin: Jutta (hielt nicht lange).

Hoffe, du bist nicht der große Bruder von Jutta (haha), sonst würde ich Ärger kriegen.

 

Das Schulgebäude habe ich ca. 2 Jahre später wieder betreten – hatte angefangen Musik zu machen und wir hatten oben in der Aula den Übungsraum (Aula 3 oder 4 Stock??)

Hinter der Bühne (Aula) haben wir die Instrumente geparkt. Waren ungefähr ein Jahr dort.

Wohnte mittlerweile in Barmbek.

Nach Schule Kleine Freiheit und Umzug Barmbek eigentlich nur rum gegammelt. Durch Skandinavien getrampt (Stillhorn ging es immer los – Treffpunkt aller Tramper, oder Autobahn

Kielerstraße – da war der Elbtunnel noch nicht. Oder Alte Autobahn  Lübeck. Mein Gott war das ne Autobahn , bumm bumm. Die war wohl noch aus 45. Zeiten.

 

Dazwischen immer mal wieder gearbeitet, Beifahrer  Coca Cola, Beifahrer – alte Billbrauerei (gibs net mehr), Bademeister in der Thedestraße, Bismarckbad und St. Pauli Bad (das alte)

Hintergrund Vaddern war ein Bademeister und in den drei genannten ständig an der Front.

So hat er a) die ganze Familie untergebracht und b) ich hatte alle DLRG  Scheine um als Bademeister da arbeiten zu können – War wohl aus 18/19 jähriger. St. Pauli Bad war geil.

Im Sommer besonders, Spätschicht. Ich glaube so bis 21.00 hr, dann saubermachen und kurz vor 22.oo hr Abflug. Und wie heißt das noch schön, und dann bummel ich ganz alleine…

Noch schnell ein Pizza Stück gekauft, ganz ganz rechts vom Eros Center, sozusagen aus dem Fenster heraus.

 

St. Pauli Bad gibt es nicht mehr – was ich sah, dass nur die Fassade noch steht und dahinter brach liegendes Gelände.

Thedebad gibt es auch nicht:  heute ein Atelier

Das Bismarckbad ebenso wenig, erste die kleine Halle dicht, dann die große umgebaut und dann die Abrissbirne.

 

Vom alten Altonaer Bahnhof zu schweigen, meiner Meinung nach, die größte Sünde den abzureißen. Von der Gestaltung der Bergstraße ganz zu schweigen.

Seit dem streiten sich die „Gelehrten“ was das mal werden soll oder sprich Belebung. Das ganze Ding war von Anfang an zum Scheitern verurteilt – siehe Frappant.

 

Ich weiß auch nicht wie viele Einkaufszentren Hamburg noch verträgt, ein neues ist ja wohl in der Planung.

Mir bereitet das alles ein wenig Sorgen, dass Hamburg nach und nach zu einer Schickie Micki Stadt verkommt.

Und hatte doch wohl recht, als die Elphi fertig war, zu sagen was kommt jetzt? Der Turmbau zu Babel?

Und der Olaf Scholz hat ja wohl davon geträumt – wir sind ja auch nicht mehr weit entfernt davon – bevor er fluchtartig das Lokal Richtung Berlin verlassen hat.

 

Kneipenbesuche:  am meisten war ich in der Pferdemarkt Klause, bei Walter Polde , die müsste, wenn ich mich recht erinnere, weit hinten in der Wohlwillstraße / Neuer Pferdemarkt gewesen (Kellerkneipe)

Walter war schon bißchen älter und hat immer zu uns gesagt, da kommen ja meine Jungs und hat dann seinen alten Bollerofen angeschmissen. Wir haben nächtelang da Karten gespielt (Klabberjas oder wie man das noch schreibt)

Walter hatte eine Tochter (mit Haaren auf den Zähnen). Ein Kumpel von mir – Michael Brand – der hatte diverse Male versucht, bei ihr zu landen – jedesmal eine Absage , da hat er gesagt und gemacht, Schluß mit leben.

Habe bei Polde auch Jan Fedder kennen gelernt – hatten 1 Jahr lang paar Zelte in Bergedorf /Fünfhausen stehen. Jedes Wochenende big Party auf dem Acker, bis zum Abpfiff – mit ‚ner ganze Horde.

Habe ihn Jahre später mal wieder getroffen, wo er mir erzählte, das er nach Stuttgart gehen würde ans Theater.

Der hat nur gesoffen und gequalmt wie ein Schlot, aber ansonsten feiner Kerl.

 

Kinobesuche: auf einem Bild von Altona ist ein altes Kino abgebildet, ein Kino in der Thedestraße (früher Bürgerstraße). Ich kann mich gut erinnern, als kleines Kind mal drinnen gewesen zu sein. Habe das noch gut vor

Augen. Hinter dem Kino war der Ausgang. Da lag ein sehr großer Platz/Trümerfeld, vielleicht  1 bis 1,5 Hektar. Das Spielparadies schlicht weg. Für Jahre.

Heute heiß das wohl 10 Meter für die Sandkiste und das war’s.

Tja, wir ihr geschrieben habt, Ballspiele, auf der Straße Himmel und Hölle bis zum Abpfiff. Müßte mal Unterricht haben – Spielanleitung. Cowboy spielen. Ballonroller fahren. Kibbelkabbel.

Heißt wohl heute Computer. Nach Hause gings, sobald dunkel, bzw.  die Laternen angingen. Ohne Nachfrage über Handy. Hahaha

Die Straßenlaternen fingen am Tage an zu brennen, wenn man genug mit den Handflächen drauf schlug, 10 Sekunden und schwupp fing das Ding an zu leuchten – keine Ahnung warum.

Beim Autofriedhof Kotflügel ausgeliehen (Nopitzschstraße), um dann im Winter den Berg hinunter, wer keinen Schlitten hatte (hinter dem Bunker Schomburgstraße)

Nun gut: das alte Kino machte dicht. War wohl Anfang  der 60iger.  Ein neues Kino wurde eröffnet ecke Große Bergstraße/Thedestraße – auch unter den Besitzern Timmermann. War Schluß nach einigen Jahren.

Es gibt eine gute Homepage über alle alten und noch bestehenen Kinos in Hamburg – ganz interessant.

Mein ältester Bruder hat mich einmal in das Sternkino,  Große Freiheit mit genommen. Nur noch wage Erinnerungen. Könnte Elvis Presley gewesen sein. Wie gesagt, lange her.

Später war dann Pflichtprogramm/Kino vom Nobistor her gesehen, rechte Seite:  OASE, Aladin, Knopf und Union. Linke Seite war doch das Radiant. War ich  nie drin (glaube ich).

Kurbelkino viele Male, nachher war das wohl eher ein Sex Kino..

Gegenüber war der Karstadt Neubau, haben wir oft eingekauft, besonders untere Etage Schallplatten (gleich Ende Rolltreppe), hinten Lebensmittel – noch gut vor Augen.

Daddelhallen gab es in Überfluss. Kneipen dto. Richtige Kneipen, keine Sushi Bar’s.

 

 

Danach habe ich Altona eigentlich für immer verlassen, Richtung Barmbek, irgendwann mußte ja die Bildung weiter gehen, sprich keine Kneipenbesuche, lange Haare,Joints oder rumgammeln

 

Einige höhere Schulen besucht (weiß bis heute nicht wie ich das gepackt habe).  Brav meine Ausbildung als Getreide und Futtermittel Kfm. absolviert, 15 Monate Wehrzeit – Marine.

Und danach ging allerdings der Mist los: arbeiten von früh bis spät, oder wie Freddy Quinn, harte Arbeit karger Lohn, schön war die Zeit, hmmmm.

 

Für Vater Staat habe ich auch  meine Pflicht getan und 2 hübsche Girlies abgeliefert: jetzt 30 und 26.

 

Irgandwann als sie noch klein waren, haben wir dann den Koffer gepackt, beide Mäuse in die Karstadttüte gesteckt und sind Richtung Jork – Altes Land, migriert.

Wahrscheinlich war das alles der ganze Auslöser für heute – sorry.

 

Wir haben das bis heute nicht bereut, diesen Schritt gemacht zu haben 1993.

 

Ich hätte nie daran gedacht, einmal im Leben Äpfel zu pflücken. Wir haben das 17 Jahre lang gemacht. Gib nichts schöneres als Trecker zu fahren, bei Schiet Wetter draußen zu sein und

Über Gott und die Welt zu fluchen.

Wir haben immer gesagt, das ist eine Arbeit für gestreßte Manager (gehörte Mittlerweile auch dazu)  Haben nie einen dazu bewegen können. Nur Polen und andere Osteuropäische Pflücker waren bei uns in der Truppe.

Kein Hans und Franz, nur Igor und Mareks – recht sonderbar.

 

Nun, jetzt sind die Kinder aus dem Haus (immer noch zu nahe an unserem Kühlschrank und Waschmaschine) und wir Alten sitzen hier und wackeln mit dem Kopf.

Ab und so sehen wir uns Prospekte von irgendwelchen Senioren Residenzen an und schwelgen in Erinnerungen, wo die Jahre geblieben sind.

Als Rentner hat man ja bekanntlich viel Zeit oder auch nicht.

Die älteste Tochter hat mich in ihrem Kindergarten geparkt in Sachen, ehrenamtlich, Spielzeuge zu reparieren.

Inzwischen hat sie dann als Sozialpädagogin meine Erziehung übernommen, während die Jüngste als „Bankerin“ für den notwendigen Kapitalfluß für uns sorgt.

 

Geht uns eigentlich nicht schlecht, oder?

 

Viele liebe Grüße

 

Michael

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